Grüngut 2017-05-08T14:41:16+00:00

Alles über Grüngut

Haben Sie gewusst, dass Speisereste nicht in das Grüngut gehören? Was gehört eigentlich ins Grüngut? Was passiert mit dem Grüngut, nachdem Sie es in der Grüntonne entsorgt haben? Haben Sie sich auch schon gefragt, was aus Ihrem Grüngut entsteht? Zum Thema Grüngut gibt es noch viele Fragen.

Das zeigt sich auch auf der Grüngut-Tour der Spetter. Häufig finden sie Fremdstoffe im Grüngut, welche die Verarbeitung zeitintensiv und kostspielig machen. Fremdstoffe reduzieren auch die wertvolle Grüngutmenge.

Konsum und Abfallgenerierung

Grüngut steht für die Gesamtheit an biogenen Siedlungsabfällen pflanzlichen oder tierischen Ursprungs. Davon ausgenommen sind Nebenprodukte aus der industriellen Nahrungsmittelverarbeitung. Synonyme für «Grüngut» sind die Begriffe: Grünabfall, biogene Abfälle oder kompostierbare Abfälle.

  • Rüst- und Gartenabfälle
  • Kaffeesatz
  • Teekraut
  • Blumen
  • Pflanzen
  • Christbäume
  • Äste, Zweige, Wurzeln, Rasenschnitt, Laub etc.

  • Speisereste – aus hygienischen Gründen
  • gewürzte Speisen – stören Kompostqualität
  • Katzenstreu und Hundekot – gehören in den Kehricht
  • Plastiksäcke, Verpackungen, Töpfe, Karton, Füllmaterial aus Maisstärke
  • Asche
  • Kaffeekapseln
  • Medikamente
  • Glas
  • PET
  • Batterien
  • Metall
  • Alu
  • Steine
  • Tierkadaver
  • Sand

Speisereste gehören bei REAL nicht ins Grüngut. Dies obwohl sie biogenen Ursprungs. Die Gründe dafür sind:

  1. Die Hygiene: Sobald Speisereste (Fleisch, Öle, Fisch, etc.) im Grüngut sind, setzt die Verwesung ein. Es ist ein Nährboden für Schimmelpilze und fleischzersetzende Bakterien, welche auch Krankheitserreger sein können. Nicht zu verachten ist der Gestank, welchem die Belader der Grünguttour ausgesetzt wären.
  2. Es ist ein Mittel gegen Foodwaste. REAL setzt hier auf Abfallvermeidung. Die Überlegung, welche damit provoziert werden soll, ist: Soll ich die Speisereste noch einmal verwenden oder kostenpflichtig entsorgen?
  • Die Blumentöpfe sind für die Grüngutverwerter nicht händelbar, da sie für die Mitarbeiter bei der Aussortierung am Förderband nicht eindeutig erkennbar sind.
  • Für unsere Sammelteams ist es kaum möglich, die Blumentöpfe zu erkennen beziehungsweise diese von den herkömmlichen Töpfen unterscheiden zu können.
  • Biologisch abbaubare Blumentöpfe sind, wie auch das kompostierbare Einweggeschirr, auf der allgemeinen Grüngutsammlung nicht zugelassen.

Abfalltrennung ermöglicht den nachhaltigen Umgang mit unseren Ressourcen. Aus dem Grüngut entsteht organisches Material, das wieder in den natürlichen Kreislauf der Natur zurückgeführt wird. Das ist möglich, indem aus dem Grüngut Komposterde und Biogas entsteht.

Alle Menschen – sei es im Haushalt, Gartenbau, Gemeinden, Gastronomie, Industrie oder in der Landwirtschaft.

In der Stadt Luzern holt das Strasseninspektorat gemäss dem Abfuhrplan das Grüngut ab. In den weiteren Gemeinden des REAL-Verbandgebiets sammelt es REAL, gemäss Abfallkalender, ein.

Grüngutsammlung

Das Grüngut wird regelmässig eingesammelt und zu den Partnerunternehmen transportiert. Dort werden aus dem Grüngut Kompost und Biogas hergestellt. Die Finanzierung ist über die Grundgebühr sichergestellt.

Das Grüngut kann folgendermassen gesammelt werden:

Stadt Luzern:

  • Kunststoffcontainer à 140 bis 770 Liter, Farbe: Grün
  • Stahlcontainer à 800 Liter mit Beschriftung
  • Kompostierbare Säcke mit weissem Gitterdruck
  • Äste gebündelt (max. 150 cm, max. 25 kg)

Restliche Verbandsgemeinden:

  • Kunststoffcontainer à 140 bis 770 Liter, Farbe: Grün
  • Stahlcontainer à 800 Liter mit Beschriftung
  • Kompostierbare Säcke mit weissem Gitterdruck
  • Äste gebündelt (max. 120 cm, max. 25 kg)

In der Stadt Luzern erfolgt die Grüngutsammlung gemäss dem Abfuhrplan der Stadt Luzern. In den restlichen Gemeinden wird das Grüngut gemäss dem Abfallkalender der Wohngemeinde eingesammelt. Wichtig ist, dass das Grüngut am Abfuhrtag bis 07.00 Uhr am offiziellen Sammelpunkt deponiert wird.

Es wird von der REAL und vom Strasseninspektorat zu den Grüngutabnehmern transportiert. Das sind die Weiherhus Kompost AG in Malters und die SwissFarmerPower Inwil AG.

Abnehmer des Grünguts

Die Partnerunternehmen können das Grüngut weiterverwerten. Bei ihnen entstehen aus den Abfällen Komposterde und Biogas. Sie sind für die Wiederverwertung des Grüngutes verantwortlich.

Erhalten Pflanzen Komposterde, führt das zu einer besseren Bodenqualität. Die Böden sind humusreicher, haben eine bessere Wasserhaltefähigkeit und es gibt weniger Erosionen. Je nach Nährstoffgehalt ist ausgereifter Kompost ein vollwertiger Dünger. So kann der chemische Dünger ersetzt werden.

Biogene Abfälle können so einfach und sauber verwertet werden. Entsteht aus dem Grüngut Biogas, handelt es sich um eine CO2-neutrale Energieerzeugung. Die regionale Wirtschaft wird gefördert, indem das Grüngut in Partnerunternehmen in Malters beziehungsweise in Inwil verarbeitet werden. Die Herstellung von Biogas/Komposterde ist nachhaltig.

Fremdstoffe im Grüngut führen zu einem grossen Aufwand bei der Weiterverarbeitung. Die nicht aussortierten Fremdstoffe im Grüngut gelangen in die Komposterde. Wer will schon Plastik in seiner eigenen Erde im Gartenbau haben?

Verarbeitung

Befinden sich im Grüngut keine Fremdstoffe, können 100% weiterverarbeitet werden.

Aus dem Grüngut entsteht in einem komplexen und mehrstufigen Prozess Komposterde, Biogas und Abwärme.

  • Vergärung des Grünguts: Gas/Strom und Wärme entstehen
  • Kompostierung: Komposterde entsteht

Wird das Grüngut mit dem normalen Abfall verbrannt, geht viel Energie verloren. Denn Grüngut kann bestens für die energetische Nutzung verwendet werden. Es entstehet Biogas, welcher als CO2 neutraler Treibstoff an den Biogas-Tankstellen von ewl verkauft wird. Mit einer Tonne Grüngut kann 1’000 Kilometer weit gefahren und 150kg CO2 gespart werden.

Die Endprodukte beziehen fast alle Personen. Sei es als Treibstoff für das Auto, zum Heizen mit Gas oder die Komposterde als Dünger für den Garten.

Sie verkauft die produzierten Produkte, wie die Komposterde an den Endkunden.